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Schneller dank Kaffee-Genuss?

Das sich am Kaffee die Geister scheiden können liegt weniger am Kaffee selbst als vielmehr daran, was so alles als "Kaffee" verkauft und angeboten wird. Seitdem ich im Radsport arbeite, hatte ich immer auch mit Menschen aus Italien zu tun. In Italien kommt der Kaffeekultur eine hohe Bedeutung zu und schon zu Zeiten der Equipe Nürnberger Versicherung amüsierte ich mich köstlich, wenn mein Kollege Roberto Rossi in belgischen Hotels in bestem Italienisch zu erklären versuchte, dass diese schwarze Brühe ganz sicher nicht den Namen "Café" verdient. Eine Tasse Kaffee war für ihn das, was in Deutschland eher als Espresso verstanden wird: frisch gebrüht an einer Siebträgermaschine mit ca. 19 Bar Druck und einer Temperatur um die 75 Grad. Auch beim Team Roth haben wir in unserem Team Bus eine Kaffeemaschine und ergänzend dazu ist unser italienischer Chef-Physis ein Meister in der mobilen Kaffee-Kunst, wenn er seine italienische Rüstung in seiner Kochkanne zubereitet. 

 

Leistung und Kaffee

Das Kaffee nicht allein ein Genußmittel ist, zeigt dass der Wirkstoff Koffein zeitweise auf der Dopingliste zu finden war und als stimulierende Substanz verboten war. Bei den Effekten müssen allerdings unterschiedliche Effekte beachtet werden, die im Ergebnis jeweils leistungssteigernd wirken können. Zum Einen ist da die stimulierende Wirkung des Koffein zu nennen. Es macht "wacher" und hat eine stimulierende Wirkung im "Zentralnervensystem" (ZNS). Außerdem scheint Koffein auch lipolytische Eigenschaften zu haben, so dass eine verbesserte Verfügbarkeit freier Fettsäuren diskutiert wird. Verschiedene Studien konnten für simulierte Zeitfahren oder Ergometertests verbesserte Leistungen nach der Einnahme von Koffein nachweisen. Das beste daran ist, dass oftmals das Koffein aus Kaffee ebenso leistungssteigernd wirkt, wie Koffein in Form von Ampullen (gibt es beispielsweise von Sponser) oder Tabletten.

 

Wasserverlust als Fehlannahme!

Als Gefahr oder Problem bei der Einnahme von Koffein wird nach wie vor angeführt, dass eine erhöhte Flüssigkeitsausscheidung ein Problem darstellt und zu einer Dehydrierung führen könnte. Allerdings zeigen die meisten aktuellen Untersuchungen zu dieser Frage keine erhöhten Flüssigkeitsverluste. Selbst wenn vereinzelt zunächst ein starker Harndrang einsetzen kann, wird im weiteren Zeitverlauf die Urinmenge reduziert, so dass in der Summe nach 24 Stunden nicht mehr Flüssigkeit verloren geht, wie bei Koffein Abstinenz. 

 

Genuss zählt

Beim Rennen gehört für viele Radprofis der Espresso vor dem Start zum festen Ritual - vor allem aber aus Gründen des Genusses, denn die vielen Paninis mit Banane, Frischkäse und andere süßen Snacks machen einfach Lust auf ein Gegengewicht: einen schönen, frisch gebrühten Espresso. 

 

In den nächsten Monaten werde ich zu diesem Thema einige der spannenden Studien vorstellen! 

 

 

 

 

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